Welche Kurbellänge passt zu mir?
Die Kurbel ist der Hebel zwischen Bein und Rad. Zu lang, und die Hüfte schließt sich oben zu weit; zu kurz, und du verschenkst Hebel. Aus deiner Beinlänge rechnet Pedalytics die Kurbel, die zu deinem Körper passt, und zeigt die Marktkurbel, die ihr am nächsten kommt.
Deine Kurbel
Kurbeln gibt es in Schritten von 2,5 mm zwischen 165 und 175 mm. Die Marktkurbel ist die, die deinem Wert am nächsten liegt.
Was die Kurbellänge verändert
Die Kurbel bestimmt, wie weit sich Knie und Hüfte in jeder Umdrehung öffnen und schließen. Eine kürzere Kurbel öffnet den Hüftwinkel am oberen Totpunkt: der Oberschenkel kommt dem Bauch weniger nah, die Atmung bleibt frei, und die Position vorn kann tiefer werden, ohne dass die Hüfte klemmt.
Eine längere Kurbel gibt mehr Hebel, verlangt aber mehr Bewegungsumfang in Knie und Hüfte. Für sehr lange Beine ist das richtig; für die meisten ist die Serienkurbel des Rads eher zu lang als zu kurz.
Was das Labor dabei sieht
In über zehntausend Fittings zeigt sich ein Muster: Wer mit der Kurbel zu lang unterwegs ist, tritt am oberen Totpunkt gegen die eigene Hüfte. Das Knie wandert nach außen, das Becken kippt, der Rücken rundet sich. Wird die Kurbel kürzer, verschwinden diese Ausweichbewegungen oft ohne weitere Änderung.
Die Empfehlung hier kommt aus einer veröffentlichten Beziehung zwischen Beinlänge und Kurbellänge, die das Labor seit Jahren anwendet und mit seinen Fittings abgeglichen hat. Sie ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz: Trittfrequenz, Disziplin und Beweglichkeit verschieben das Optimum um ein, zwei Schritte.
Was sich mit der Kurbel an der Position ändert
Eine kürzere Kurbel bringt das Pedal am unteren Totpunkt näher an den Sattel. Damit das Bein die gleiche Streckung behält, kommt der Sattel um die Differenz höher: 5 mm kürzere Kurbel, 5 mm höherer Sattel. Der Nachsitz bleibt, die Überhöhung zum Lenker wächst um dieselben 5 mm; wer das nicht will, nimmt einen Spacer dazu.
Beim Zeitfahren und Triathlon sind kurze Kurbeln längst Standard, weil die aerodynamische Position den Hüftwinkel ohnehin eng macht. Am Rennrad und am Gravelbike lohnt der Blick vor allem, wenn du unter 1,75 m groß bist oder die Serienkurbel 172,5 oder 175 mm misst.
Ist eine kürzere Kurbel langsamer?+
Nein. Der Hebel wird kleiner, aber die Trittfrequenz steigt fast von selbst, und die Leistung bleibt in Studien gleich. Was sich ändert, ist die Position: sie kann tiefer und offener werden.
Warum steht bei fast jedem Rad 172,5?+
Weil Hersteller die Kurbel nach Rahmengröße wählen, nicht nach Bein. Auf einem Rahmen in 54 sitzen Menschen mit 78 und mit 86 cm Innenbein; die Kurbel ist dieselbe.
Muss ich nach dem Wechsel neu fitten?+
Sattelhöhe und Überhöhung ändern sich um die Differenz der Kurbel. Das lässt sich zu Hause nachstellen; bei größeren Sprüngen ab 5 mm lohnt ein Blick auf die ganze Position.
Sattel und Kurbel wirken nur in einer stimmigen Position.
Hol dir hier deine Grundposition aus deinen Maßen: Sattelhöhe, Nachsitz, Positionslänge, Überhöhung, und die Räder, auf denen sie sich am besten umsetzen lässt.
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